Endlich war es soweit, die Saison kann beginnen. Winterschlaf, Jugendweihe und ähnliche Ereignisse liegen weit in der Vergangenheit, die Fesselfluganlage ist auf Hochglanz poliert, und der X. IKR - Pokal in den Klassen F2B und F2D sowie der II. Hollandcup in F2D kann beginnen. Und da ein Feiertag in Schlagdistanz liegt, natürlich mit einem zünftigen Trainingslager für alle Freunde dieser Sportart und unseres Vereins.

Alfred hatte mit seinen Mannen wieder einmal sein Bestes gegeben, um jeden Teilnehmer gute Möglichkeiten zum Trainieren und natürlich auch für den Wettbewerb zu geben. So wurde ein dritter Platz gebaut, der durch das langsame Wachstum leider erst im kommenden Jahr so richtig genutzt werden kann, Toiletten organisiert, ein Festzelt aufgebaut, Wege angelegt und und und. An dieser Stelle unserer ABM-Truppe ein ganz herzliches Dankeschön.

Die Anmeldungen ließen schon weit im Vorfeld eine rege Beteiligung erwarten und bei manchen unserer Gäste kamen schon die ersten Befürchtungen auf, die Zeit könne nicht reichen. Aber dank der Unterstützung eines Unternehmens in den alten Bundesländern bekamen wir in unmittelbarer Nähe ein Wettbewerbsgelände zur Verfügung gestellt, so dass dieser Cup bereits in diesem Jahr auf drei Plätzen ausgetragen werden konnte. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen, als wir die Schlüssel in der Hand hielten. Zu Ostern wurde der Platz von Kunstfliegern begutachtet und für gut befunden und dann eine neue Ablauforganisation geschneidert. Da die Meldungen der Kunstflieger nochmals wesentlich zunahmen, wurde Training und ein gesamter Wettbewerbstag auf der neuen Anlage geplant, Verpflegung, Toiletten und Zelte organisiert und das ganze in die Werbung eingebunden. Damit hatten auch wir Sebnitzer Verhältnisse, nur anders herum : Dort ausgelagerte Fuchsjagd, hier ausgelagerter Kunstflug.

Ob wir diese Lösung im kommenden Jahr aufrecht erhalten werden, wird die Resonanz zeigen. Auf jeden Fall gab es dadurch Trainingsmöglichkeiten satt, die wie gesagt von jedem genutzt werden konnten.

Unsere Ukrainischen Freunde hatten uns auch ganz schön in Trab gehalten. Die Formalitäten bezüglich der Einladung werden  immer umfangreicher. Da müsste der DAeC mal ran und helfen und hier meine ich ausdrücklich den Dachverband und nicht etwas Michael Thoma persönlich, um an dieser Stelle nicht missverstanden zu werden !

Spitzenreiter der Anreise Hans Prikker, der bereits am 21.4.2002 seinen Wohnwagen zu einem Fesselflugurlaub auf der Anlage abstellte. Bei der Feuerwehr muss man eben sein, da hat man Überstunden und kann sie auch noch abbummeln.

Leider war die Wetterprognose nicht so berauschend. Für den 1.Mai sollte es ja noch sonnig aber windig sein,  am Wochenende war allerdings mit Regen zu rechnen. Die zum Trainingslager angereisten konnten so  den Tag der Arbeit in Ruhe bei Bier und Bratwurst oder Kuchen genießen, wer aber doch seine Maschine in die Luft erhob, den blies es ganz schön durch.

Am Donnerstag ging dann die Anreise so richtig los. Andy Sweetland mit Frau, Wakkermanns, Sportfreunde aus Frankreich und der Ukraine waren die ersten ausländischen Gäste.

Donnerstag um 19.00 Uhr die geplante Schiedsrichterschulung mit Andy Sweetland aus der Schweiz. Alle diejenigen, die in Sebnitz mit der Stoppuhr in F2C auflaufen sollen, nahmen am Seminar im Hauptzelt teil. Damit ist garantiert, dass es in Sebnitz in dieser Position einheitlich und ohne Reibungsverluste abgeht. Wir haben damit zum zweiten Mal einen Wettbewerb mit einer Schiedsrichterschulung verbunden und glauben, damit auf dem richtigen Weg zu sein. Den Teilnehmern hat es auf jeden Fall etwas gegeben und Bärbel Krause hätte sogar gern noch eine Fortsetzung gehabt. Also im kommenden Jahr mit Sicherheit hier eine Neuauflage.

Gegen 22.00 Uhr brachte meine Frau zwei polnische Sportler, die die Anlage nicht, dafür aber unser Haus gefunden hatten. Dann der Höhepunkt - Anruf Hauptzollamt Dresden. Dort hatte man den Rest der Ukrainische Mannschaft festgesetzt und wollte Zoll ! Also hat meine Frau den Zöllnern per Telefon erklärt, dass Fuchsjagd eine Kaputtmachersportart  und 10 Combatmodelle pro Person der blanke Eigenbedarf ist.  Irgend wie muss meine Frau Vertrauen erweckend in den Ohren der Zöllner geklungen haben. Auf jeden Fall waren Stass & Co. am Freitag da.

Gegen 1.00 war dann Nachruhe. Das Handy hatte ich sicherheitshalber gleich neben dem Bett stationiert. Es  hat aber glücklicherweise nicht mehr geklingelt.

Freitag morgen - Wolken hängen über Bitterfeld. Blick in die Zeitung - Wetterbericht - Scheiße ! Aber vielleicht irren sich die Wetterfrösche  ? Die irren sich ja so oft, aber mein Verstand sagt mir, dass dies nur dann geschieht, wenn sie gutes Wetter vorhersagen ! Was soll's, da müssen wir eben durch.

Auf allen Plätzen ist Betrieb. Fuchsjäger schwirren, die Mannschaftsrenner nutzen den Hauptplatz, denn die Kunstflieger nehmen den neuen Platz in Besitz und sind damit abwesend. Dazwischen Bernhard mit der Düse pf-pf - möh - pf-pf - möh - pf-pf - mööööööööööö - schschschsch - kratzkratzkratzkratz - kraz. Seit Sebnitz sucht sich jeder eine sichere Deckung bei dieser Aktion.

Am Abend dann der Einschreibung erster Teil und ein feucht fröhliches Gelage bei den Hundefreunden.

Der nächste Morgen begann, wie der Vortrag endete, kühl und bewölkt. Pünktlich um 8.00 Uhr begannen wir mit der Eröffnung des Wettbewerbes. Ich hatte schon ein wenig schlechtes Gewissen, unsere Gäste so zeitig heraus zu bitten. In diesem Jahr hatte der Landrat des Landkreises Bitterfeld Uwe Schulz, die Gelegenheit wahrgenommen, alle Gäste auf das herzlichste zu begrüßen.

Und auch das gehört dazu : Wir hatten beim Sportbund zwei Auszeichnungen für verdiente Förderer des Sportes beantragt, denn ohne die vielen kleinen Unternehmen des Landkreises, die uns mit Material und Hilfestellung unterstützen, wäre eine solche Sportanlage ohne staatliche Zuschüsse schwer zu erhalten. Stellvertretend für andere bedankten wir uns bei der Firma Lorentz und Opel Corsmann. Die Auszeichnung wurde von der Geschäftsführerin des Kreissportbundes, Frau Heidrun Dörfler vorgenommen.

Und dann hieß es Piste frei für alle Klassen. Eine derartige Wettbewerbsdichte war für uns Neuland, denn im vergangenen Jahr hatten wir bei fast gleichen Teilnehmerzahlen einen Wettbewerbstag mehr zur Verfügung.

Leider spielte das Wetter am Sonnabend nicht mit. Gegen Nachmittag öffnete Petrus seine Schleusen, ließ es erst wenig und dann  aber dauerhaft regnen. Wir hatten uns zwar mit Zelten auf diese Situation vorbereitet, aber die Schiedsrichter hatten einen harten Job. Und so waren sie froh, als die Durchgänge vorbei waren und ein steifer Grog für die notwendige innere Wärme sorgte.

Dann hieß es Einkehr halten in das Klubhaus der Hundesportfreunde. Dort war es warm und gemütlich und die Versorgung klappte auch. Erst sehr spät am Abend fanden viele ins Bett, oder fanden dies auch nicht mehr, denn es geht die Sage von manchem Irrläufer und Autoschläfer.

Aber auch ein richtiger Umtrunk gehört dazu.

Da wir ein Filmteam die beiden Tage bei uns zu Gast hatten, wollten die natürlich auch Nachtflug filmen. Also baute Remo seine Anlage bei strömenden Regen auf und flog unter dem Beifall der Anwesenden gegen 22.00 Uhr seine Runden.

Am nächsten Morgen hatte Petrus ein Einsehen und hielt die Sintflut an. Als sich der Nebel gelichtet hatte, kam die Sonne und damit die Wärme und die Stimmung stieg schlagartig auf der nach oben offenen Skala.

Die Fuchsjäger hatten das umfangreichste Programm zu absolvieren. 36 Teilnehmer, davon 4 Junioren machten 8 Runden notwendig, bevor am Sonntag gegen 17.30 Uhr der Sieger feststand.

Diesmal waren es schon drei Damen, die den Kampf mit den restlichen Herren aufnahmen. Leider erwiesen sich letztere nicht als Gentleman und so waren Monique und Anja schon nach der zweiten Runde zum Zuschauen verdonnert. Die Ukrainische Juniorin Olga Soshina hatte dann gegen Ronny Matthei im Juniorenfinale das Nachsehen.

Ein Blick auf die Tafel verrät die Übermacht der Ukrainer. Alle Podestplätze wurden abgeräumt. Ein deutlicher Hinweis, dass auch bei der kommenden WM an diesen Sportfreunden kein Weg zur Siegertreppe vorbei geht.

Das zweitgrößte Feld stellten die Kunstflieger. Manch einer der gemeldet hatte, wurde durch den Wetterbericht abgehalten und so nahmen 26 Sportfreunde aus 5 Ländern den Kampf um die World-Cup Punkte auf. Am Sonnabend wie gesagt auf dem neuen Gelände und am Sonntag dann bei Sonnenschein auf dem Hauptplatz. Zum ersten Mal bei uns zu Gast die Kunstflieger aus Tschechien und Slowakien. Besonders gefiel mir das Modell von Alexander Schrek, der eine bildschöne Nachbildung einer Zlin an den Start brachte, mit der er auch an einem Scale Wettbewerb hätte teilnehmen können. Angetrieben mit einem 4-Takt Motor hatte die Maschine noch den richtigen Sound, so dass die Flüge perfekt wirkten.

Umfangreich das Programm im Mannschaftsrennen. Diesmal neben der World-Cup-Klasse F2C die Klasse F2F mit 6 Mannschaften, fünf aus Frankreich und eine aus Deutschland. Peter Grabenstein und Frank Wadle hatten sich gut vorbereitet und schafften den Einzug in das Finale, dass allerdings mit einem Doppelsieg an die Franzosen ging. Hier wird in dieser Klasse eine vorbildliche Nachwuchsarbeit geleistet und es ist interessant, wie Weltmeister zusammen mit Schülern ein Team bilden und so ihre Erfahrungen weitergeben. Wir haben zwar in Deutschland z.Z. keine Weltmeister aber doch  auch einige Erfahrungen !

Bei den Senioren ging es heiß her. Leider hatte das Team Tobisch/Krause gleich beim ersten Rennen Pech. Joachim rutschte auf dem nassen Asphalt aus und dann kam es wie es kommen muss, Totalschaden ! Auch Göbel/Oelsner waren vom Pech verfolgt. Nur Leupold/Engfer hielten die Fahnen hoch und erreichten als einzige deutsche Mannschaft das Halbfinale. Hier hilft nur noch gezielte Nachwuchsarbeit. Bondarenko/Lerner flogen nur das allernötigste, um in das Finale zu kommen und gewannen unangefochten.

Die Sebnitzer Freunde, die diesen Wettbewerb mit zum Testen nutzten, probierten Ihre neue Anzeigetafel aus, d.h. sie ließen sie inoffiziell mitlaufen. Man kann Starter, Verwarnungen, Runden und Zeiten als Zuschauer wunderbar sehen. Leider bekommen auch diese Informationen die Piloten in die Optik. So ließen sich Dessaucy/Dessaucy täuschen. Als Luc sah, dass seine Tafel die 100 anzeigte, schaltete er ab. Leider kam den Schiedsrichtern aber in diesem Moment nur die 99 von den Lippen.  Ein Trost der Sieg von Luc in der F2B.

Im Speed waren 8 Starter im Kreis. Die F2A wurde wie in den vergangenen Jahren als Nationale Klasse ausgetragen. Allerdings gilt es bis zur WM noch etwas zu tun, soll das Ziel erreicht werden, einen dritten Platz in der Mannschaft zu holen. Hervorragend die 266,5 km/h von Rene Birnstein.

Beginner leider nur drei, da die Franzosen ihre beiden zu Gunsten F2F zurückgezogen hatten. Sieger hier Michael Schulz.

Auch bei den Semi - Scalern sah es mau aus, denn zur gleichen Zeit fand ein weiterer Wettbewerb statt. So waren nur Stephan Rätsch und Friedrich Wilhelm Kornmeier am Start und konnten wegen des Regens am Sonnabend auch nur einmal fliegen. Wunderschön das Modell von Stephan, sowie auf dem Boden als auch in der Luft.

Durch das verspätete Finale in der Fuchsjagd war noch Zeit für zünftiges 1/2 Team Race. Die Weltmeister Bondarenko/Lerner flogen zwei von Igor Milenin geschnitzt Vögel und so gab es einen riesen Spaß als die Gentleman "had a race", so dass die Zeit bis zur Siegerehrung wie im Flug verging. Ein Dank an alle Schiedsrichter und Helfer der Veranstaltung, Übergabe der Urkunden und dann ging es an das Verabschieden und es zog Ruhe ein.

Nun haben wir unseren Teil getan und können in Ruhe zu den anderen Veranstaltungen fahren.

Bis zum kommenden Jahr möchten wir allen Teilnehmern für Ihr Kommen danken und sie schon heute recht herzlich einladen, wenn es am 3. Mai 2003 wieder heißen wird : "Sehn wir uns nicht in dieser Welt, dann sehn wir uns in Bitterfeld".